Wie wählt man einen Pergola-Hersteller? Zwölf Prüfpunkte
Die Angebote unterscheiden sich oft um mehr als das Doppelte — bei scheinbar gleicher Leistung. Der Unterschied liegt fast immer in Positionen, die im Angebot nicht stehen.
Ein Angebot, das nichts verschweigt
Ein belastbares Angebot nennt Profilquerschnitt, Aluminiumlegierung, Beschichtungsstandard, Glasaufbau, Motorfabrikat und Befestigungsart. Steht dort nur "bioklimatische Pergola, 20 m²" mit einer Summe, lässt sich nichts vergleichen.
Wir empfehlen, jedes Angebot auf diese sechs Angaben zu prüfen und fehlende schriftlich nachzufordern. Ein Anbieter, der sie nicht nennen will oder kann, ist damit bereits ausreichend beurteilt.
Der Preisunterschied zwischen einem Profil mit 2 Millimeter und einem mit 1,2 Millimeter Wandstärke ist erheblich — im Angebot sieht beides gleich aus, im dritten Jahr nicht mehr.
Material und Beschichtung
Für tragende Profile ist eine Aluminiumlegierung der Güte 6063-T5 oder besser üblich. Die Pulverbeschichtung sollte einem anerkannten Standard wie Qualicoat entsprechen; in Küstennähe ist eine Vorbehandlung nach Seaside-Anforderung sinnvoll.
- Legierung: 6063-T5 oder höherwertig, im Angebot benannt
- Wandstärke: bei tragenden Profilen nicht unter 2 mm
- Beschichtung: Qualicoat-Standard, Seaside-Vorbehandlung an der Küste
- Verbindungsmittel: Edelstahl, nicht verzinkter Stahl
- Glas: Einscheiben-Sicherheitsglas, Stärke und Aufbau angegeben
Statik und Nachweis
Für die Spannweite und die örtliche Wind- und Schneelast sollte ein Nachweis vorliegen. Bei Standardgrößen genügt eine Systemstatik des Profilherstellers; bei größeren Spannweiten oder exponierten Lagen ist eine objektbezogene Berechnung angemessen.
Die Frage "Welche Windlast hält diese Konstruktion aus?" sollte eine Zahl als Antwort bekommen, keine Beruhigung. Wer sie nicht beantworten kann, hat sie nicht gerechnet.
Montage und Befestigung
Die Montagequalität entscheidet über die Lebensdauer stärker als das Material. Fragen Sie, wie die Pfosten befestigt werden, wie das Regenwasser abgeführt wird und wer die Montage ausführt — eigene Mitarbeiter oder ein wechselnder Nachunternehmer.
Befestigung
Auf einer tragfähigen Betonplatte werden Pfosten gedübelt; auf Fliesen über dünnem Estrich ist eine Kernbohrung oder eine lastverteilende Platte nötig. Ein Anbieter, der den Untergrund beim Aufmaß nicht prüft, plant ins Blaue.
Entwässerung
Bei bioklimatischen Systemen läuft das Wasser durch die Pfosten. Wohin es am Fuß austritt und ob dieser Punkt frei bleibt, gehört ins Aufmaßprotokoll.
Ausführende
Eigene, eingearbeitete Montageteams liefern gleichmäßigere Qualität als wechselnde Subunternehmer. Diese Frage zu stellen ist legitim und die Antwort aufschlussreich.
Referenzen, die etwas aussagen
Fotos allein sagen wenig, weil sie nach der Montage entstehen. Aussagekräftiger sind Anlagen, die seit mehreren Jahren stehen, und die Möglichkeit, mit deren Eigentümern zu sprechen.
Fragen Sie nach einer Referenz aus derselben Region mit vergleichbarer Exposition — eine Anlage im windgeschützten Innenhof beweist wenig über eine Küstenlage. Zwei Anrufe bei Bestandskunden ersetzen viele Hochglanzbilder.
Garantie und Service danach
Wichtiger als die Garantiedauer ist, wer sie im Fall der Fälle erfüllt. Fragen Sie, wie lange Ersatzteile verfügbar sind, ob es einen eigenen Service gibt und wie lange eine Reaktion typischerweise dauert.
Ein Anbieter, der Ersatzteilverfügbarkeit und Wartungspreis nennen kann, denkt in Jahren. Einer, der nur den Angebotspreis kennt, denkt bis zur Abnahme.
| Frage | Warum sie zählt |
|---|---|
| Wie lange gilt die Garantie? | Bestimmt den abgedeckten Zeitraum |
| Was ist ausgeschlossen? | Wartungsschäden sind meist ausgenommen |
| Wie lange gibt es Ersatzteile? | Entscheidend bei Motor- und Lamellentausch |
| Gibt es eigenen Service? | Fremdservice verlängert Reaktionszeiten |
| Was kostet ein Wartungsdurchgang? | Zeigt, ob langfristig gedacht wird |
Warnsignale
Manche Anzeichen sprechen für sich: ein Angebot ohne Aufmaß vor Ort, ein Preis, der weit unter allen anderen liegt, hoher Zeitdruck oder eine Vorkassequote nahe hundert Prozent.
- Angebot ohne Ortstermin: der Untergrund wurde nicht geprüft
- Preis weit unter dem Markt: irgendwo fehlt eine Position
- Drängen auf sofortige Unterschrift
- Keine schriftlichen Angaben zu Profil und Beschichtung
- Vollständige Vorkasse vor Fertigungsbeginn
Fazit
Vergleichen Sie nicht Summen, sondern Positionen. Ein Angebot, das Profil, Beschichtung, Glasaufbau, Motor und Befestigung schriftlich benennt, lässt sich prüfen — eines mit einer Pauschalsumme nicht.
Wir kommen zum Aufmaß, prüfen den Untergrund vor Ort und legen jede Position einzeln aus. Wenn Sie Vergleichsangebote haben, gehen wir sie mit Ihnen Zeile für Zeile durch.